Monikas Hochzeit am 21.03.1970

Die Verlobung war am 31.01.69 [d.h. an Monikas 20.Geburtstag], die Hochzeit am 21.03.1970.

Der schöne Morgen

Das war ein schöner Morgen. Ich wusste dass Mama Bieler in unserem Haus ist. Schon kam
Mama Bieler herein. Ich stand auf und besprach vieles mit ihr.

Der Spaziergang in Zürich

Wir fuhren nach Zürich. Dort machten wir einen Spaziergang dem See entlang. Mein Vater
wollte uns (mich, Mama Bieler und meine Mutter) fotografieren, aber oh je, der Fotoapparat
war kaputt. Mein Vater ging zum Fotografen. Wir gingen zurück und sprachen irgendwo schrecklich
lange miteinander. Endlich kam mein Vater zurück mit Monika, Ernst und Herren und Frau von Stosch
[der Schwester von Ernst und deren Mann].

Im Restaurant Grüner Heinrich

Wir gingen dann in den Grünen Heinrich. Der Zmittag hatte 76.- gekostet. Wir (auch mein Vater) sagten:
Wir treffen euch weider um 14:30 im Waldhaus Dolder!

Beim Grosi

Wir nahmen Monika mit und gingen zum Grosi. Wir trafen dort auch meine Cousine Claudia, meinen Onkel
Kuno und meine unbekannte Tante Musy. Alle zogen sich an.

Im Waldhaus Dolder

Wir gingen fort und wollten Feuersteine kaufen, fanden aber keine. Dann gingen wir ins Waldhaus Dolder.
Am Schluss kamen die Braut und der Bräutigam herein. Die einen tranken Orangensaft, die anderen Schnaps.
Tante Kläri hat etwas schönes Rotes im Glas. Ich frage sie: Darf ich einen Schluck haben? Gern, sagte Tante
Kläri, es hat sogar etwas Gutes drin. Ich nahm das Glas und trank den ersten Schluck.. Pfui Teufel, das ist
ja Schnaps!

Im der Kirche

Wir gingen in die reformierte Kirche Fluntern. Kaum waren alle drin, sprach und sprach und sprach und sprach
der Pfarrer eine ganze Stunde vom lieben Gott. Am Schluss mussten die Braut und der Bräutigam ja sagen. Dann
bestreuten alle das Brautpaar mit Reis.

Fahrt in die Flühgasse

Ich fuhr mit einem riesigen Taxi in die Flühgasse. Der Taxifahrer wusste nicht wo sie ist. Er fuhr auf der
Zollikerstrasse. Ich erinnerte mich noch, als meine Mutter beim Einladen durch das Telefon sprach: Zollikerstrasse
214. Das sagte ich dem Taxifahrer. Er fuhr ein Stück weiter und sah die Flühgasse.

In der Flühgasse

Ich stieg aus dem Taxi und ging zu unserem Auto, holte die geschmückte Flasche Wein und brachte sie Ernst.
Dann gingen wir hinein und kamen an der Bar vorbei. Ich setzte mich auf einen hohen Stuhl. Man trank wieder
Orangensaft oder Schnaps. Dann gingen wir ins Esszimmer. Die Tischkarten standen schon bereit. Der Tisch war
rosa gedeckt. Jeder bekam eine Karte auf der das Menü geschrieben war. Es gab:
  • Kalbfleisch-Pastete
  • Sauce Cumberland
  • Schildkrötensuppe
  • Eglifilet mit Mandeln
  • Pariser Kartoffeln
  • Filet-Beefsteak 'Cordon Rouge'
  • Tomaten mit Artischocken
  • Blattspinat
  • Kartoffel-Kroketten
  • Parfait Flambé Grand Marnier
  • Weine: Reserve Riesling, Wilchinger 'Sunneberg', Pinot Noir 'Torrente'
  • Die Pastete schmeckte mir nicht. Ich liess die Hälfte stehen. Dann kam die nächste Speise. Kaum war sie da, spielten
    Hertha und Eveli etwas auf der Geige vor. Dann assen wir die Suppe. Mir schmeckte sie nicht, aber trotzdem ass ich
    sie. Ich freute mich auf die nächste Speise, denn ich mag Eglifilets. Dann kam die Speise. Die Fische schmeckten
    mir nicht, aber die Kartoffeln. Ich ass auch den Fisch. Dann kam die nächste Speise. Sie schmeckte mir wenigstens.
    Auf die nächste Speise freute ich mich ungeheuer. Schon kam sie: Eine Eiskugel mit Schokoladencreme und zerhackten
    Mandeln umhüllt, mit Schlagsahne verziert. Rund herum drei brennende Zuckerwürfel, an denen Schnaps dran ist. Mir
    schmeckten die Zucker nicht besonders gut. Ich sah, dass alle anderen die Zucker liegen liessen. Inzwischen war es
    21:00 geworden. Wir gingen in die Winde.

    In der Winde

    Es hatte viele Musikinstrumente: Ein elektrisches Klavier, einen Plattenspieler, ein altes Instrument. Jeder ass ein
    Stückchen Torte. Dann kam ein riesiges Paket. Darauf stand: Der grösste Herr. Er kam und wickelte die das erste Papier
    ab. Auf dem zweiten stand: Die kleinste Dame. Also kam sie. So ging es weiter. Am Schluss kam die Braut an die Reihe.
    Sie bekam 10 Dollar. Allen sagte man, es gäbe eine Explosion. Zweimal durfte ich einen Zwanziger in das alte Musik-
    instrument werfen. Dann kam Musik. Einmal durfte ich mit Tante Kläri und Eveli wie verrückt am Klavier herumspielen,
    wenn es lief. Gab das einen entsetzlichen Lärm! Lange liess man den Plattenspieler laufen. Mit jeder Familie tanzte
    ich, obwohl mir die Beine weh taten. Um 22:00 kamen Herr und Frau Wirz herein. Ich tanzte weiter. Einmal fragte ich
    Ute: Wie spät ist es? Sie sagte: 22:50. Um 23:00 war ich sehr müde. Ich fuhr in die Wohnung der Familie Wirz. Ich ging
    in ein Bett und schlief ein.

    Das Hochzeitsgedicht

    Gesegnet sei das Heilige Fest, das braucht den halben Tag,
    der liebe Gott im Himmel das gerne sehen mag
    Der Pfarrer spricht in der Kirche das göttliche Wort
    Hast du den besten Freund, so zieh von Eltern fort
    Für Kinder gibt es dann die fein
    gemachten farbenen Feuerstein
    Man fährt ins Restaurant sodann
    das gute Essen kommt. Doch wann?
    Zögere nicht!
    Bald kommt das Lieblingsgericht!
    Die meisten machen dann ein Tänzchen
    der Chawuk wedelt mit dem Schwänzchen
    und springt herum ganz hell entzückt
    und tut als wäre er verrückt
    Um Mitternacht ist die Hochzeit aus
    und alle ziehen vergnügt nach Haus.