Reise nach Diano Marina im Oktober 1972
Sa. 07.10.1972: Winterthur - Sils Maria
10:30 Abfahrt zuhause mit dem Fiätli. Mitgenommen: Aproz, Bananen normal
und getrocknet (u.a. zum Furzen), Becher, Bello,
Besteck, Bisquits, Blevita-Vollkornbisquits,
Cola-Fresh-Zeltli, mein Klappfahrrad (Sattel und
Lenkstange im Kofferraum, Fahrgestell zusammengeklappt
auf dem Gepäckträger), Feldstecher (kleiner Nikon,
bekommen vom Japaner Tazuoka), Fruttini-Zeltli,
Fotoapparat mit Teleobjektiv, Filzschreiber, Hautcreme,
Höhenmesser, Kaffee, Kaffeefilter, div. Strassenkarten,
Käse, div. Kleider, Konfiture, Medikamente, Pannenlampe,
Papierblock, Pässe, Rasierapparat mit Schnur, Taschenrechner,
Schokolade-Dragées, div. Schuhe, Seifen, Spielzeugpistole,
Tee, Vitamin-Brausetabletten, Waschlappen, Zahnbürsten,
Zahnpasta, Zeitungen und Zeitschriften, Zigaretten und
anderes mehr. Fahrt über Weisslingen, Pfäffikon, Rüti,
Schmerikon, unter Verkehrsstauungen nach Walenstadt,
Sargans (im Pizolpark Migrol-Benzin tanken), Bad Ragaz.
Besondere Vorkommnisse: Notbremsung in Kempten da Rotlicht
übersehen.
13:00 Mittagessen im Tamina-Hotel mit Grosi: Cordon Bleu, Kartoffeln,
Blumenkohl, Nusseis, Orangensaft, Sauser und Kaffee.
Besichtigung von Grosis Hotelzimmer, Trinkprobe vom
Schwefelwasser, das nach faulen Eiern roch.
15:00 Weiterfahrt über Chur (nach langem Suchen eines Coop-Ladens Zigaretten
kaufen), Lenzerheide (schwer beladenes Fiätli muss fest
schaffen), Tiefencastel, Julierpass 2284 m.ü.M. (Fiätli
windet sich mit Mühe hinauf) und Silvaplana nach Sils Maria
ins Café Schulze.
17:00 Spazieren in Sils, Yamaha 650 XS-1 (bereits fertig gekebtes und
orange bemaltes Motorradmodell (genau dasselbe!) mit Anleitung
auf Japanisch bekommen von Hr. Tazuoka) und "Röneli" Renault 5
anschauen, Eingang ins Engadiner Stübchen (kein Platz mehr),
danach Nachtessen: Ich Café Complet im Café Schulze,
Eltern Bündnerfleisch und Rahmschnitzel im Posthotel. Schlafen.
So. 08.10.1972: Sils-Maria, Ausflug Corvatsch
10:00 Fahrt mit Fiätli nach Silvaplana-Surlej (Talstation der Corvatsch-Bahn),
Fahrkarten lösen (Preis 2 x 11.- + 1 x 7.50,
verbilligt mit Migros-Genossenschaftsausweis).
10:30 Einstieg ins Bähnchen, mit 8m/sek. und 600 PS in die dünne Luft,
Ohrendrücken und Zelti kauen.
10:50 Ankunft auf dem Corvatsch 3303 m.ü.M., Aussicht geniessen, Karten
schreiben an die Nachbarn.
14:30 Abfahrt mit dem Bähnchen
14:38 Zwischenhalt auf Mittelstation Murtél 2707 m.ü.M., ursprünglich
Spaziergang Richtung Fuorcla Surlej geplant bis zur nahen
Berghütte (40 m), aber Weg glitschig-schmutzig, deshalb
Umkehren und bergauf rennen zurück ins Bähnchen. Herzschlag
beschleunigt, mir übel (Puls und Höhenunterschied),
nach Ausstieg aus Bähnchen ich kotzen.
15:00 Kleider mit Wasser vorreinigen
15:15 Fahrt zurück nach Sils
15:30 Mutter Kleider waschen, ich abliegen, Vater spazieren Richtung Fextal
16:00 Spazieren, Tee bzw. Kaffee trinken und Patisserie essen
16:15 Fahrt mit Fiätli nach Surlej. Spazieren durch Wälder, Blumen und
Wiesen an einem Hang, umkehren am Campfersee,
dem Seeufer lang zurücklaufen.
18:30 Fahrt zum Hotel Post, ich Bouillon (mir noch nicht ganz wohl),
Mutter Pastetchen und Vater Rahmschnitzel essen,
zurückfahren, schlafen.
Mo. 09.10.1972: Sils-Maria - Diano Marina
Frühstücken, Hotel bezahlen, Fahrt über Malojapass (1815 m.ü.M.), Castasegna
(Zoll, Pass zeigen, Benzincoupons und Strassenkarte von Italien kaufen), Chiavenna,
Bellano (tanken, Tankwart fand die Gummimatte, die Vater ins Motörchen des Fiätlis
gelegt hatte im kalten Engadin! Das Fiätli-Motörchen, bzw. die Keilriemenrolle des
Kühlerventilators, frass ein Loch in die Matte! Keilriemen glücklicherweise noch ganz),
Lecco, auf schlechterer Strasse nach Monza da Abzweigung auf die neue Superstrada übersehen,
auf komplizierten Wegen Mailand östlich umfahren, Autobahn A7 Richtung Genua (wir abgezweigt
in Tortona, 350 Lire), Mittagessen im Autobahnrestaurant vor Tortona (ich Tortellini, Zunge
und Kartoffelstock, weiss es nicht mehr von den Eltern), Autobahn A21 (Piacenza-Turin) bis
Alessandria (150 Lire, teurer Umweg), Acqui Terme, Carcare, Autobahn A6 nach Savona (150 Lire),
Autobahn A10 bis Andora (500 Lire), Fahrt nach Diano Marina.
Di. 10.10.1972: Diano Marina
Auspacken, Velo abmontieren und zusammensetzen, ausruhen, Essen bei der Hotelfamilie, radeln
im Sand und am Strand.
Mi. 11.10.1972: Diano Marina
Verschiedenes, Essen im Städtchen, Markt, Eltern Fiätli reparieren lassen in Imperia: Bremsen
nachziehen, rechte hintere Bremse lösen (Vater zog sie einmal zu fest an, konnte sie nicht mehr
lösen da Bremse verrostet, und Bremsbacken schliffen zweitweise in der Trommel), neuer Kühlwasser-
schlauch, neue Kupplung. Ich radeln, spazieren im Städtchen.
Do. 12.10.1972: Diano Marina
Spazieren im Städtchen, radeln, essen im Städtchen, Eltern Fiätli holen, Sonstiges.
Fr. 13.10.1972: Diano Marina
Spazieren im Städtchen, radeln, essen bei der "Famiglia" (Hotelfamilie), Fahrt mit Fiätli nach Alassio,
Städtchen anschauen, schöne Schuhe kaufen für Mutter, einpacken, Velo zusammenklappen.
Sa. 14.10.1972: Diano Marina - Winterthur
Fiätli beladen, Schlüssel abgeben, Fahrt über Andora, Autobahn A10 bis Savona (550 Lire, 50 Lire mehr als
bei der Hinfahrt, beschissen), auf A6 über Brücken und Tunnels nach Carcare (150 Lire), Acqui (neuen
Scheinwerfer kaufen, Fiätli gibt kein gutes Licht mehr), Valenza, Mortara (in einer Lastwagenwirtschaft
zu Mittag essen), Vigevano, Abbiategrasso, Tangenziale Mailand, weiter über Autobahn A9 nach Chiasso
(300+150 Lire), Pass zeigen, weiter über Lugano, Bellinzona, Giornico (Einkaufen für Sonntag in A&O-
Lädchen und Migros-Wagen), Airolo, Gotthardpass (2108 m.ü.M.), in einer langweiligen Kolonne bis nach
Brunnen (Vater braucht öfters die Lichthupe), Schwyz (Ausruhen in einem Café, Kaffee und Schokolade
spachteln), Sattel, Pfäffikon SZ, Rapperswil, Hinwil, Pfäffikon ZH, Fehraltorf, Weisslingen und
Kollbrunn nach Winterthur.