Reise nach Rom im April 1977
Mi. 30.03.1977: Winterthur-Crema
Abfahrt Winterthur 13:52, Fahrt über Kollbrunn, Weisslingen, Fehraltorf, Pfäffikon ZH, Rüti, Eschenbach,
Schmerikon, Uznach, Schänis, N3 bis Dreieck Sargans, N13 via Chur nach Bonaduz, Thusis, San Bernardino
Tunnel 1620 m.ü.M., Bellinzona, Monte Ceneri 554 m.ü.M., N2 bis Chiasso, A9 bis Como-Lucino, Durchfahrt
Como (tanken mit Coupons), zähflüssig weiter bis Montorfano, Lurago d'Erba, Umfahrung Giussano, sehr stark
befahrene Superstrasse bis Milano Est, Blick im Vorbeifahren auf Möbel-Ausstellungsräume mit geschmackvollen
Möbeln und Möbelkombinationen, Autobahn A4 bis Ausfahrt Agrate (400 Lire - 1'000 Lire entsprechen 2.90),
Umfahrungen Gorgonzola und Melzo, Rivolta und Pandino, SS415 bis Crema, Ankunft im Restaurant Barbarossa um 19:35.
Sehr gutes Nachtessen: Vorspeise Mutter Spaghetti Pomodoro, Vater Risotto mit Meeresfrüchten, ich Spaghetti
alle vongole, Hauptspeise: Alle Huhn und Spinat, Nachtisch: Mutter und ich Eis (2 Kugeln Vanille, 1 Kugel Erdbeer),
Vater Früchte, Mineralwasser, Rotwein Grignolino, total 15'000 Lire, alles sehr sauber inkl. die chic gekleideten
einheimischen Restaurantgäste. Leider keine Zimmer mehr frei im Hotel, Zimmer reservieren im Hotel Platano
(Ankunft dort 21:00), Bezug der Zimmer 7 (Eltern) und 9 (ich): Lavabon, Balkon, Telefon, Schaffelle als Bettvorleger.
Ich schlecht schlafen wegen Husten.
Landschaftsbeschreibung: Vom landwirtschaftlich genutzten Boden des Kantons Zürich gelangt man in voralpine
Zonen, beiderseits der Strasse steigt das noch grüne, mit Baumgruppen bestückte Gebiet bald zu den Voralpen
empor, auf welchen meist nicht sehr grüne Bäume, selten Reben gedeihen. Das Gebiet wurde von Gletschern und
Flüssen geformt, worauf noch viel Spuren deuten. Im Kanton Graubünden wird auch der Boden längs der Strasse
weniger fruchtbar, Äcker werden selten, moosartiger Humus und Gebüsch gesellen sich zu sonstigen alpinen Formen.
Vor dem San Bernardino Tunnel besteht die Landschaft oft nur aus Felsen und vereinzelten Tannen und Föhren
(z.B. Via Mala). Die Alpensüdseite geniesst ein milderes Klima, an die Stelle von Tannen und Laubbäumen treten
Gebüsche und Bäume, die sich immer mehr an die mediterranen Pinien angleichen. Das dicht besiedelte Gebiet nach
der Grenze ist von nicht belaubten Birken durchsetzt und wird teils landwirtschaftlich genutzt. Man merkt, dass
man im Süden ist, auch wenn hier des Öfteren Regen und Nebel auftreten.
Do. 31.03.1976: Crema-Loreto
Frühstück an der Stehbar, Vater Radwechsel, Hotelrechnung bezahlen: 22'000 Lire. Abfahrt Crema 09:48, Fahrt über
Fombio, Piacenza Nord, Autobahn A1 bis Fiorenzula (200 Lire), Fidenza, Parma (Besichtigung des episkopalen Zentrums:
Kirche San Giovanni, Dom, Bapisterium. Nachher Parkbusse 5'000 Lire, Polizisten suchen und Busse vor Ort bezahlen.
Weiterfahrt über A1 bis Reggio nell'Emilia (Maut 200 Lire, Gutes Mittagessen im Ristorante Buruni: Lasagne verde,
Mutter Vitello al ferro, Vater Beefsteak al ferro, ich Roastbeef, alles Pommes frites, Spinat und Salat, Mineral-
wasser, Rotwein Frascati, total 12'400 Lire. Weiterfahrt auf Landstrass bis Einfahrt Modena Nord, Autobahn A1/A14
via Bologna bis Imola (600 Lire), Faenza, Forlì, Cesena (tanken), Santarcangelo, Rimini, Autobahn A14 bis
Cattolica (200 Lire), im Regen weiter auf der Landstrasse (in den Dörfern langsame Lastzüge, die man nicht überholen
kann) über Pesaro, Fano, Senigallia und Ancona (verstopft) ach Loreto. Im Fremdenverkehrsbüro Hotelliste anschauen,
Zimmer reservieren im Hotel Casa San Gabriele, Ankunft dort 19:05. Bezug der Zimmer 4-40 (Eltern) und 4-43 (ich):
Lavabo, Bettvorleger, Balkon, 4-40 zusätzlich WC, Dusche und Bidet. Gutes Nachtessen: Vater und ich Brodo, Mutter
Zuppa con verdura, alle Prosciutto di Parma, Kartoffeln, Spinat, Mineralwasser, lokaler Rotwein.
Landschaftsbeschreibung: Die Poebene ist meist sehr flach und wird langsam eintönig: Grüne Wiesen,teils Äcker,
viele grün-bräunliche Bäume und blühende Spaliere. Bei Bologna wird rechterhand der Apennin gut sichtbar: Die
teils bewaldeten Hügel waren erstaunlicherweise mit Schnee bedeckt, gegen das Meer hin verschönern einige Palmen
das Bild, die Küste zwischen Rimini und Ancona wirkt jedoch enttäuschend: Eine eigentliche Vegetation fehlt, dem
Strand entlang führt eine zweigleisige Eisenbahnlinie mit vielen unshönen Güterzügen, und die oft mit langweiligen
Lastzügen verstopfte SS16 , die durch unzählige von ihrer Struktur und Gestaltung her nicht einladende Dörfer führt,
gewährt selten einen Blick aufs Meer. Das Hinterland ist noch ein Stück weit flach und wird dort landwirtschaftlich
genutzt, lässt aber auch nicht auf eine maritime Gegend schliessen. Ab Ancona lädt die Riviera del Conero schon eher
zum Besuch ein: teils Kalkklippen, stellenweise Sandstrand, maritime Bäume. Dort ist das Hinterland üppig von Grün
erfüllt, Loreto in erhöhter Lage ist von weit her sichtbar.
Fr. 01.04.1976: Loreto, Ausflug Conero
Am Morgen Besuch des Mercato (Pullover für Mutter: 9'000 Lire), Besuch des sehr beeindruckenden Sanktuariums
mit eingehender Besichtigung, leider Tresor Freitags geschlossen. Mittagessen im Hotel: Mutter Brodo, Vater
und ich Spaghetti, alle verschiedene Fische, Kartoffelstock, Artischocken, Rotwein vom Vorabend, Mineralwasser.
Nachmittags Eltern Kaffee in einem Café an der Hauptstrass der Altstadt. Aussicht auf das Flachland vor dem Meer.
Anschlissend Fahrt nach Recanati (spazieren in den Gässchens, Institutionen des Dichters Leopardi), dann weiter
zum Meer, das wir im Dorf Marcelli bei Numana erreichen, und nach Sirolo (pittoresker Strand nach einer 18% steilen
Strassen mit einigen Kehren). Rückfahrt nach Loreto. Nachtessen: Prosciutto, Kartoffeln, Artischocken, lokaler
Rotwein, Mineralwasser.
Landschaftsbeschreibung: Das Hinterland von Loreto vermittelt uns den Eindruck einer umbrisch-toskanischen
Gegend durch seine üppige Bewachsung (Gras, Bäume, Hügel, Spaliere, teilweise Äcker).
Sa. 02.04.1976: Loreto - Rom
Frühstück, Rechnung bezahlen (60'000 Lire), Abfahrt um 08:49, Fahrt über Civitanova Marche, San Benedetto del
Tronto, Autobahn A14 bis Ausfahrt Pescara N (500 Lire), dann auf kurvenreicher Strasse via Picciano nach Penne.
Ursprünglich wollten wir über den Pass Vado di Sole fahren, aber nach 17 km teilt uns ein Vespafahrer mit
dass die Strasse verschüttet ist. Rückkehr via Farindola und Montebello nach Penne (tanken und Mittagessen),
dann via Chieti (Pescara-Chieti mit 80 km Umweg!) und Popoli nach L'Aquila (schöner Ausblick auf den Gran Sasso),
dann via Autobahn A24 mit tollkühnen Viadukten und einem 4'178 m langen Tunnel bis Ausfahrt Carsoli (1'100 Lire),
dann weiter via Arsoli via Tivoli (Besuch der Villa Este, wo viele Brünnlein fliessen - 200 Lire pro Person),
und Villa Adriana (wir kommen 4 Minuten zu spät, wird um 17:30 geshlossen) nach Rom. Weil man kaum Zeit hat,
den Stadtplan zu lesen, geraten wir auf die Strasse längs des nördlichen Teils der Aurelianischen Mauer, die
wir via Porta d'Italia verlassen, Via Romagna, Via Sicilia, Via Vittorio Veneto, Via Lazio, Via di Porta
Pinciana (verstopfte Einbahnstrasse), Via Crispa, Via Sistina, Trinità dei Monti, dann auf romantischer, Ausblicke
auf das Stadtzentrum gewährender Strasse, die aber grauenhaft verstopft ist (über 30 Minuten für 500 Meter) bis
zu einem Obelisken, wo man umkehren müsste, um keine Verkehrsvorschriften zu missachten. Hier ist das nächtliche
Spaziergebiet der Römer, alle fahren mit dem Auto herauf und finden keinen Parkplatz. Wir fahren einigen Römern
nach, die die Geduld verloren haben, auf einer verbotenen Strasse quer durch den Park und zur Piazzale Flamino,
dann über den Tiber (wegen Einbahnstrassen erst einen knappen Kilometer weiter nördlich möglich, beim Ponte
Risorgimento), auf dem Lungotevere tiberabwärts über die Piazza Rovere hinaus, anhalten und einen jungen Mann
mit Porsche nach dem Weg fragen, auf einem schmalen Einbahnsträsschen erreichen wir die Passegiata del Gianicolo
dennoch und können nun endlich (kurz vor 20:00) über die Piazzala Aurelio unser Heim an der Via delle Fornaci 200
erreichen. Es heisst Velehrad und ist eigentlich eine Unterkunft für tschechische Pilger, konnten wir aber dank
Beziehungen (Hr. Vyskocil) für uns buchen lassen. Nachtessen gab es keines mehr, wird jeweils um 19:00 serviert.
Bezug des Zimmers 25 (Bettvorleger, WC, Dusche, Telefon), Verzehr unserer Vorräte.
Landschaftsbeschreibung: Die Küste von Loreto nach Pescara ist unten teilweise von maritimen Bäumen geschmückt,
weiter oben wechseln sich samt- und moosartige Flechten, Sträucher, Bäume und Kalkformenh ab, häufig ist oben eine
Terrasse bemerkbar. Die Landschaft oberhalb Pescaras hat ihren umbrisch-toscanischen Charakter etwas verloren,
die Meeresnähe ist irgendwie spürbar. Die Wiesen sind nicht mehr so saftig, der Gran Sasso naht. Vor und im
Hochplateau von L'Aquila ist die Landschaft steppenartig, steinig, alpin und reich an Karstformen, Obst- und
Rebbau sind teilweise möglich. Vor Rom wirkt der Apennin etwas stärker bewaldet und etwas ruhiger, Grün dominiert
das Bilder Landschaft. Rom endlich, auf Hügeln aufgebaut, ist reich an Parkanlagen und Überresten aus der Antike.
Was der Stadt tehlt sind gemütliche Cafés und Boutiquen woei Orte, in denen man sich wirklich erholen kann, sie
ist leider stark durch den Fremdenverkehr gebrandmarkt und zeigt wenig stadtypisches.
So. 03.04.1976: Rom
Nach dem Frühstück Besichtigung von Piazza und Basilica San Pietro, die durch ihre Dimensionen und ihre archi-
tektonische Harmonie unvergessliche Eindrücke vermitteln. Wir haben Eintrittskarten für die Palmsonntagsmesse
des Papstes, aber aufgrund der zahlreichen Besucher sind nur noch Stehplätze vorhanden, obwohl bis zum Auftreten
des Papstes noch über eine Stunde verfliessen wird. So kehren wir um und geniessen die Ruhe des Morgens ander
weitig: Nach einer Verschnaufpause im Velehrad steigen wir zur Viale della Mura Aurelie empor, was in Ermangelung
eines angelegten Weges durch das Überqueren eines Stacheldrahts erschwert ist. Die Aurelianische Mauer wurde damals
zur Verteidigung angelegt und ist deshalb für einen normalbegabten Spaziergänger unüberwindlich, so dass wir den
Umweg über die Piazzale Aurelia zur Piazzale Garibaldi machen müssen. Hier fröhnen wir der schönen Aussicht auf
das Dächermeer des antiken Rom, ergänzt durch den Blick auf die die Villa Doria Pamphili begrenzenden Pinien.
Einige Gebäude heben sich durch ihre markante Form heraus, die beiden ungeheuerlichen Fabelwesen stellen sich
später als die das Vittoriano krönenden geflügelten Pferde heraus. Marsch über die Piazza Rovere zum Petersplatz,
wo der Papst gleich über ein Fenster des Seitengebäudes den Sege in die Menge streut. Es ist 12:00. Von der Hitze
ermattet, ist uns das gute Mittagessen im Velehrad sehr willkommen, das freundliche Lächeln der Köchin ermuntert
uns zum tüchtigen Zugreifen: Ris, Randensalat, Koteletten, Erdbeerkuchen, Rotwein. Die tüchtige, noch junge
Serviertochter, die dann und wann gewisse Körperteile wackeln lässt, deutet, sobald man keine Anstalten mehr
macht, noch mehr zu essen, durch ein lautes "Ha finito?" oder "sollevare?" an, dass sie den Teller wegnehmen
will. Am Nachmittag Bus 62 (die Busse sind hier sehr günstig: 50 Lire pro Fahrt und Person. Nur sind die Motoren
schlecht befestigt, so dass man im Leerlauf tüchtig durchgeschüttelt wird) zum Trevi-Brunnen, Besichtigung
desselben, dann zu Fuss weiter zur nahen Kirche Santa Maria Immacolata an der Via V. Veneto, wo ein Gang durch
Menschenknochen und Schädel verziert ist, dann weiter über die Via del Quirinale mit einer schönen Kirche in
kreisrunder Form, die Piazza del Quirinale mit dem imposanten Quirinalsgebäude, dann nochmals am Trevi-Brunnen
vorbei bis zum Pantheon, das wegen der oben geöffneten Kassettendecks in einem diffusen Licht erscheint, dann
weiter über die Kirche San Luigi dei Francesi zur Piazza Navona, deren gemütliche Besichtigung durch den Auftritt
einer laut spielende Blasmusikkapelle und der damit verbundenen Menschenansammlung nahezu verunmöglicht wird, und
schlussendlich zum Corso Vittorio Emanuele (Vater Kaffee, um Kleingeld für den Bus zu kriegen), Bus 62 zurück zum
Vatikan / Velehrad. Abendessen: Suppe mit Tortelloni, Prosciutto, Käsescheiben, Orange.
Mo. 04.04.1976: Rom
Nach dem Frühstück eingehende Besichtigung des gesamten Vatikans: Basilica San Pietro mit Pietà, Vatikanmuseen
(1000 Lire pro Person): Stanze di Raffaello, Cappella Sistina, Pio Clementino, Pinacoteca, Museum für alte Kultur
verschiedener Kontinente. Mittagessen: Canelloni mit guter Sauce, Poulet, Kohl, Rotwein Velletri, Mineralwasser.
Nachmittags Bus 62 bis Piazza Venezia, Bus 85 (doppelstöckig) über Kolosseum (schöner Anblick vom oberen Stock
des Busses aus) zur Kirche San Clemente, deren mosaikbestückte Halbkuppel durch ihre Feinheit vor allem meiner
Mutter gefällt. Die Kirche besitzt Überreste aus vorchristlicher Zeit und einige echte ionische Säulen. Ich
Besuch des Untergeschosses (200 Lire): Freigelegte feuchte Mäuerchen, antike Tonscherben, Mosaiken. Anschliessend
Besichtigung von Kolossum, Konstantinsbogen, Titusbogen, weiter oben Blick auf Forum Romanum, Grünzone vor den
Mäuerchen des Domus Aurea, Fori Imperiali, Trajansäule, Vittoriano, Piazza del Campidoglio, wo sich gerade ein
Liebespärchen küsst, weiter unten Blick auf das Forum Romanum von der anderen Seite aus, besonders auf den Bogen
des siebten Severers. Zum Schluss Piazza Venezia und Bus 62 zurück zum Vatikan / Velehrad. Abendessen: Suppe
mit Teigwaren, Reibkuchen, Würste, Käse, Apfel.
Di. 05.04.1976: Rom
Nach dem Frühstück Bus 62 bis zur Piazza Venezia, Bus 85 bis zum Kolosseum, Bus 118 auf der holperigen, pflaster-
steinbelegten Via Appia Antica bis zu den Catacombe di San Callisto (300 Lire pro Person). Wir schliessen uns
einer angenehmerweise nicht so zahlreichen Gruppe mit französischsprechendem Führer an, der uns durch die sehr
interessanten Grabräume führt (Blick auf alte Leichen, Grab ines Papstes, Einritzungen in den Tuffstein, der das
häufigste Element der Katakomben bildet, etc.). Bus 118 bis zum Colosseum, Marsch zur Kirche San Pietro in Vincoli,
in welcher der gewaltige Moses aus Marmor von Michelangelo haust und die Gesetzestafeln unter dem Arm klemmt, Corso
Cavour, Via dei Fori Imperiali, Piazza Venezia, Bus 62 zurück zum Vatikan / Velehrad. Mittagessen: Risi-Bisi,
gefüllte Zucchetti, Kartoffelstock, Orange. Am Nachmittag Aufstieg zur Kuppel der Peterskirche geplant, aber
Lust dazu vergangen wegen zuvieler Leute, stattdessen Via della Conciliazione, Bus 23 bis zur Tiberinsel mit
Besichtigung des über 2000 Jahre alten Ponto Rotto, Teatro di Marcello, Tempio di Fortuna Virtile, Tempio di
Vesta, Piazza Bocca della verità mit angrenzender Kirche S.Maria in Cosmedin mit dem berühmten Mund der Wahrheit,
der die hineingestreckte Hand eines jeden beisst, der eine Lüge auf sich trägt. Bus 90 bis Piazza del Popolo,
Marsch zur Piazza di Spagna, Via del Tritone, vollgestopfter Bus 62 zurück zum Vatikan / Velehrad. Nachtessen:
Nudeln mit guter Sauce, Fleisch (tschechische Spezialiät), Kohl, Birne.
Mi. 06.04.1976: Rom
Nach dem Frühstück Marsch über Petersplatz und Via della Conciliazione zur Haltestelle des Bus 29, wo wir fest-
stellen müssen dass diser nur nachts fährt, dann weiter über den Ponte Vittorio, Bus 62 bis Piazza Barberini,
zu Fuss weiter über Via Vittorio Veneto (schöne Einkaufsstrasse, aber noch nicht zum Leben erwacht), Galleria
Borghese (200 Lire pro Person: schöne Bilder berühmter Maler), Villa Borghese (bewaldete Parkanlage), Piazza
del Popolo und in der Nähe einer Pferderennbahn Einstieg in einen Bus der Linie 8, Fahrt zur Piazza del Popolo.
Zu Fuss weiter über die Via Margutta (Künstlergässchen, leider wie ausgestorben), Augusteo, Palazzo di Giustizia,
Castel S. Angelo, Petersplatz, zurück zum Velehrad. Mittagessen: Canelloni, Coniglio con paprica, Kartoffelchips,
Apfel. Nachmittags Mutter ausruhen, Vater und ich Petersplatz, zweistöckiger Bus 64 über Piazza Venezia zur Piazza
dei Cinquecento, Automobilklub (fragen wo man Benzincoupons bekommt, ernüchternde Antwort: Nur an den Landesgrenzen
im Festland sowie in den Häfen von Genua, Ancona und Pescara), Stazione Termini (hochmoderner Bahnhof aus Marmor
und Glas), Kirche S.Maria dei Angeli (von Michelangelo in den antiken Thermen des Diokletian errichtet) und mit
Bus 62 zurück zum Vatikan / Velehrad. Nachtessen: Gemüsesuppe, gefüllter Schinken, Käse, Apfel. Rechnung bezahlen:
5 Übernachtungen, 4 Mittag- und Abendessen, 5 Früchstücke = 111'030 Lire.
Do. 07.04.1976: Rom - Sanguinario di Fontanellato
Frühstück, Abfahrt 09:00, Via Aurelia (tanken), Einfahrt in den G.R.A. verpasst da blödsinnig beschriftet, weiter
über SS1 bis Einfahrt Cerveteri, Autobahn A12 bis zu ihrem vorläufigen Ende nach Civitavecchia (550 Lire), Tarquinia
(Blick auf den Aquädukt während der Fahrt), Vetralla, Viterbo, Montefiascone, Orvieto. Das Städtchen ist schon von
weit her zu sehen und majestätisch auf einem oben abgetragenen Vulkansockel errichtet, inmitten einer schönen Land-
schaft. Besichtigung des Doms mit wilder Façade, gutes Mittagessen in einer Pizzeria (Gnocchi, Pizza, Weisswein).
Weiterfahrt über Autobahn A1 bis Ausfahrt Val di Chiana (500 Lire), Superstrasse über Siena bis Poggibonsi, weiter
über Cetrtaldo, Casterfiroentino, San Miniato (tanken, Corno misto und Kaffee in einer Gelateria), Fucecchio, Lucca,
Autobahn A11 bis Viareggio (450 Lire), Lido di Camaiore, Marina di Massa, Marina di Carrara, Autobahn A12/A15 via
La Spezia und den Cisa-Tunnel bis Ausfahrt Fornovo (850 Lire), SS 357 bis Noceto, SS9 bis Sanguinario del Fontanellato
(Ankunft 19:51). Unsere Köpfe sausen noch eine Zeitlang weiter von der rasanten Cisa-Abfart. Sehr gutes Nachtessen
im Hotel Ristorante Tre Pozzi: Salami, Prosciutto di Parma, Saltimbocca romana, Risoto con funghi, Erdbeeren, Rotwein,
Mineralwasser. Zimmer 19 (Vater und ich) auf die SS 9 hinaus, Zimmer 16 (Mutter) auf die Bahnlinie hinaus, je mit Balkon,
WC, Dusche und Bidet. Vater hat Mühe mit Einschlafen, ich liege ab 04:00 wach und höre ununterbrochen Lastzüge vorbei-
dröhnen.
Landschaftsbeschreibung: Die Küstenlandschaft nördlich von Rom ist grün und hügelig, die vereinzelt auftauchenden
Bäume und Sträucher wechseln ab mit Steinen. Die umbrisch-toskanische Landschaft ist ebenfalls grün und hügelig,
die sie bestückenden Baumgruppen, Spaliere und ockerfarbenen Felder rücken sie aber in ein anderes Bild. Die Küste
von Marina di Massa besteht aus einem schönen langen Sandstrand, mit maritimen Bäumen bestückt. Über die Cisa-
Strecke kann ich leider infolge der aufgekreuzten Dunkelheit keine Angaben machen.
Fr. 08.04.1976: Sanguinario di Fontanellato - Winterthur
Mageres Frühstück ohne Brot = 1'200 Lire, Hotelrechnung bezahlen: 25'750 Lire. Abfahrt 09:05, Fahrt über Fidenza,
Busseto, Tangenziale Cremona, Umfahrung Crema (bei scheusslichem Regen), Pandino, Rivolta, Melzo, Gorgonzola,
Agrate, Monza Centro (spazieren, Schuhe anschauen, wollten auch Vorhänge anschauen aber Laden geschlossen),
Giussano, Arosio, Mariano Comense (Gutes Mittagssen für 11'800 Lire: Vater Gnocchi und Forelle, Mutter Antipasto
und Arrosto di Vitello, ich Spaghetti und Coniglio, grosses Eis: eine Kugel Vanille, eine Kugel Schokolade, zwei
Kugeln Rahmeis. Vater montiert Winterreifen bei strömendem Regen. Weiterfahrt über Novedrate, Fino Mornasco,
Autobahn A9 bis Chiasso, MMM Chiasso (tanken), Autobahn N2 bis Monte Ceneri, Umfahrung Bellinzona, San Bernardino
Tunnel (Strasse schneebedeckt zwischen Pian San Giacomo und Thusis), Bonaduz, Chur, Sargans, Schänis, Uznach,
Schmerikon, Eschenbach, Rüti, Fehraltorf, Weisslingen, Kollbrunn, Winterthur (Ankunft 19:25).